Du hast dich dazu entschieden, mit Social Media Marketing anzufangen? Super, herzlich willkommen in der ständig wachsenden, aufregenden Welt der sozialen Kanäle! Bei der Vielzahl der Optionen hast du inzwischen aber wahrscheinlich gemerkt, dass du gar keine Zeit hast, um alle Plattformen mit passenden Inhalten zu versorgen, und vielleicht hast du auch gar nicht die passenden Inhalte für alle Kanäle. Und das ist auch total in Ordnung so, denn du musst nicht auf allen sozialen Netzwerken präsent sein, nur weil du dich für Social Media Marketing entschieden hast! Aber welche Kanäle sind die richtigen für dein Unternehmen?
In diesem Beitrag stelle ich dir die bekanntesten sozialen Netzwerke vor, damit du am Ende so gut informiert bist, dass du diese Entscheidung treffen kannst.

Facebook

Facebook ist noch immer das größte und meistgenutzte soziale Netzwerk und hat weltweit ca. 1,9 Milliarden Nutzer, davon sind die meisten zwischen 35-44 Jahre, die Männer machen dabei etwa 57% aus. Zur Facebook-Familie (inzwischen Meta) gehören außerdem auch WhatsApp, Instagram und der Facebook Messenger.

Wenn du Facebook für dein Unternehmen nutzen möchtest, erstellst du dafür eine Seite. Hier kannst du deine Follower dann mit Informationen versorgen, zum Beispiel mit einer Adresse, Öffnungszeiten, Kontaktmöglichkeiten oder Neuigkeiten in Form von Beiträgen.

Facebook ermöglicht eine Vielzahl an Beiträgen auf Seiten, neben reinen Textbeiträgen kannst du Bilder, Videos, Karussells (mehrere Bilder hintereinander), Spendenaktionen, Veranstaltungen, Live-Streams und vieles mehr erstellen. Du kannst außerdem einen Shop erstellen, den du mit deiner Webseite verbinden kannst, um deine Produkte auch in deinen Beiträgen zu markieren. Auch deine Instagram-Seite oder ein Link zu WhatsApp für einen direkteren Kundenkontakt kannst du hier anzeigen lassen.

Instagram

Instagram ist bekannt für seine Bildinhalte, auch wenn es längst schon nicht mehr nur Bilder sondern auch Videos, „Storys“ (Inhalte die nur für 24 Stunden verfügbar sind) und Reels sind, die du dort teilen kannst. Die Instagram-Nutzer sind bei den Geschlechtern ziemlich ausgeglichen, die größten Altersgruppen sind 18-24 Jahre (30,1%), 25-34 (31,5%) und 35-44 Jahre (16,1%). Die „Gen Z“ (16-24 Jahre) bevorzugt Instagram, sogar noch vor TikTok.

Für viele Unternehmen mit Online-Shops für physische Produkte ist Instagram ein beliebter Kanal, da man mit Produktbildern immer Content hat, den man teilen kann. Auch kannst du deine Instagram-Seite mit Facebook verbinden, um eine Shop-Front zu erhalten und deine Produkte in deinen Beiträgen direkt zu verlinken, allerdings musst du dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen, die vor allem für die Unternehmen, die gerade erst gestartet haben, kaum zu erfüllen sind. Auf Instagram kannst du leider keine Links zu deinen Beiträgen hinzufügen, außer seit kurzem in deinen Storys.

Mit lediglich Beiträgen neue Follower zu gewinnen, ist zwar nicht einfach, mit der letzten Aktualisierung des Instagram-Feeds allerdings etwas leichter geworden, da dir nun auch neue Konten angezeigt werden, wenn die Inhalte dazu passen, mit was du sonst auch interagierst (dafür für die Konten denen du bereits folgst schwieriger deine Aufmerksamkeit zu gewinnen).

TikTok

TikTok wird häufig abgetan als Kanal auf dem es nur lustige Tanzvideos von Heranwachsenden gibt (dazu habe ich bis zum Sommer 2021 auch gehört), doch der Kanal hat sich zu einer Plattform gemausert, auf der es für jede Nische auch ihre Videos gibt. Buchempfehlungen, Aufklärung über Körper, Rassismus oder Missbrauch, Sketche für alle Lebenslagen, Erklärungen zu Steuern oder Recht, Anime-Szenen, Videos von Tieren, Hobbys oder der Herstellung von Produkten – hier gibt es keinerlei Begrenzung. Der Algorithmus braucht etwas bis er deine Vorlieben gelernt hat, aber dann ist er erschreckend akkurat (für euch getestet…).

Die Videos sind zwischen 15 Sekunden und 3 Minuten lang und packen in diese kurze Zeit ihre geballten Inhalte. Die Zielgruppe die du hier erwarten kannst ist ca. 60% weiblich. 60% der Nutzer sind zwischen 16 und 24, 26% zwischen 25 und 44. TikTok ist inzwischen sogar auf Platz 6 der meistgenutzten Social Media Plattformen!

Die Plattform ist ähnlich wie Instagram ein visueller Kanal, allerdings Video statt (vor allem) Bild. Zum Verbreiten von Textbotschaften ist TikTok also eher ungeeignet, wenn du jedoch Videos von deinen Produkten oder/und Dienstleistungen drehen kannst/möchtest, ohne dass du so viel Videobearbeitung wie bei YouTube hast, bist du hier vielleicht richtig. Bei TikTok ist es auch gar nicht schlimm, wenn deine Videos nicht super professionell sind, ganz im Gegenteil, TikTok belohnt dich sogar, wenn du die Videos in ihrer App erstellst und bearbeitest.

Der Spruch „TikTok made me do it“ kommt außerdem auch nicht von ungefähr – viele Menschen werden auf TikTok auf Produkte aufmerksam und kaufen diese dann aufgrund der Empfehlung. Hierbei helfen natürlich vor allem Videos die den Effekt der Produkte zeigen. Und das beste daran ist, dass du dafür keinen einzigen Follower benötigst, da die Videoausgabe for allem über die sogenannte „For You“-Page läuft. Es lohnt sich für (kleine) Unternehmen also auf jeden Fall mal reinzuschauen! Allerdings kannst du auf TikTok wie bei Instagram deinen Videos keine Links hinzufügen, und auch wenn du ein Businessprofil hast, benötigst du erst einige Follower, bevor du deine Webseite in deinem Profil hinterlegen kannst.

Twitter

Twitter ist ein Mikroblogging-Dienst, auf dem du in 280 Zeichen deine Gedanken mit der Welt teilen kannst, und wenn du willst auch mit Bild, Video oder Link. Der Dienst hat weltweit ca. 362,6 Millionen Nutzer. Die Zielgruppe ist vor allem männlich (ca. 70,4%), die größte demographische Gruppe besteht aus Nutzern im Alter zwischen 25 und 34 Jahren, sie machen 38.5% aus. Die meisten Nutzer befinden sich in den USA (77,75 Millionen Nutzer), Japan (58,2 Millionen Nutzer), Indien (24,45 Millionen Nutzer), Brasil (19,05 Millionen Nutzer) und Großbritannien (19,05 Millionen Nutzer). Die Werbereichweite von Twitter liegt in Deutschland bei ca. 7,75 Millionen Nutzern.

Auf Twitter werden vor allem Statements zu aktuell relevanten Themen abgegeben, man teilt (kurze) Meinungen, Links, Erfahrungen und Erlebnisse. Seit Twitter Antworten auf Ursprungstweets zu Beiträgen zusammenfasst, sind gerade die letzteren beiden sehr viel relevanter auf der Plattform geworden.

Ein Nachteil an Twitter ist die Frequenz – denn damit du eine gewisse Reichweite entwickelst, musst du im Vergleich zu den anderen Social Media Plattformen deutlich häufiger posten, Hootsuite beispielsweise gibt als Richtwert 1-5 Tweets pro Tag an, Instagram liegt im Vergleich dazu 3-7 Mal pro Woche.

YouTube

YouTube ist eine Videoplattform, auf der es nahezu keine Beschränkung in den möglichen Themen und Inhalten gibt. Du findest hier Anleitungen („Tutorials“) fürs nähen, renovieren, tanzen, kochen, Musikvideos, Reaktionen zu Musikvideos, du kannst sogenannten Streamern dabei zusehen, wie sie das neueste Videospiel testen, oder erfahren was Creator vom neuesten Produkt XY halten.

Durch die Vielfalt an Inhalten ist YouTube auch kaum vom Alter her einzugrenzen. Du kannst dich auf YouTube vor allem auf die Interessen deiner Zielgruppe, ihre Region und Sprache fokussieren.

Da Videobearbeitung zeitintensiv ist, ist YouTube ein Kanal, der im Vergleich zu den anderen Plattformen viel Zeit benötigt. Neben der Planung deiner Inhalte, der Erstellung des Materials und dem Hochladen musst du schließlich auch dafür sorgen, dass deine Videos gut geschnitten sind, die Musik passt, die Untertitel stimmen, etc. Der Aufwand ist also nicht zu unterschätzen – je nach gesetzten Zielen kann YouTube aber auch genau der richtige Kanal für dich sein!

Auf YouTube kannst du deine Videos außerdem monetarisieren, dafür musst du allerdings bestimmte Voraussetzungen erfordern, die ein gewisses Engagement von deinen Follower (und entsprechend dir) erfordern.

Wenn du Videoinhalte hast, aber die Videobearbeitung dir zu viel ist (zeitlich oder vom Know How her), dann könnten TikToks oder Instagram Reels vielleicht das Richtige für dich sein!

Pinterest

Ich gebe zu, Pinterest ist eigentlich gar kein richtiges soziales Netzwerk, sondern eine Bildsuchmaschine – doch da es auch soziale Komponenten (wie zum Beispiel das Kommentieren, Teilen, Folgen) hat, drücken wir hier mal ein Auge zu bei der Genauigkeit.

Auf Pinterest lässt sich der Nutzer inspirieren und sammelt diese Inspiration auf Pinnwänden, um später darauf zurückgreifen zu können. So können Inhalte von überall aus dem Internet gesammelt werden, auch wenn der Ersteller selbst sie vielleicht nicht auf Pinterest eingestellt hat.

Gerade wenn du informative Blog-Einträge hast, ist Pinterest gut geeignet, um deine Inhalte zu verbreiten. Wie eingangs erwähnt ist es aber eine BILDsuchmaschine, das bedeutet, dass deine Beiträge möglichst mit Bildern versehen sein sollten – am besten natürlich mit einem entsprechenden Vorschaubild, das ansprechend den Inhalt deines Blog-Beitrags wiedergibt. Wenn du mehr über das Marketing mit Pinterest lernen möchtest, hilft dir der Beitrag „Marketing mit Pinterest“ weiter.

Pinterest erlaubt außerdem sogenannte „Rich Pins“, in denen zum Beispiel Rezepte oder auch Produkte mit mehr Informationen versehen werden als lediglich der Beschreibung und dem Link. Bei Rezepten werden beispielsweise die Zutaten und die Schritte angezeigt. Inhalte mit solchen Rich Pins sind beliebter als die „normalen“ Pins, und wenn deine Inhalte es hergeben, solltest du überlegen, ob du Rich Pins nicht anlegst bzw. technisch möglich machst.

Du kannst auf Pinterest Anzeigen schalten, die sich nahtlos in die Vorschläge der Nutzer einfügen, da es „einfach nur“ bezahlte Pins sind. Auf Pinterest sind die Nutzer Werbung gegenüber verhältnismäßig sehr aufgeschlossen, da sie sich gerade auf der Plattform auf der Suche nach der Lösung eines Problems befinden. Wenn du ihnen mit deiner Anzeige eine Lösung bieten kannst, ist der Weg zum Kaufabschluss deutlich kürzer als bei den anderen Plattformen, da sie sich bereits in einem anderen Stadium der Customer Journey befinden.

XING & LinkedIn

XING und LinkedIn sind Business Social Media, also Plattformen, in denen man sich über den Beruf, die Branche oder das Unternehmen vernetzt. Anders als auf den vorangegangen vorgestellten Plattformen geht es hier weniger um Unterhaltung als um Information – über neue Prozesse, Unternehmensveränderungen, Strategien, Fallstudien, und so weiter, eben alles, was in deinem Bereich von Relevanz ist.

Auch hier kannst du Seiten für dein Unternehmen erstellen, die ähnlich wie die Seiten bei Facebook funktionieren. Außerdem können deine Mitarbeiter so die Zugehörigkeit zum Unternehmen angeben (und werden außerdem auf der Unternehmensseite als solche gelistet).

Auch auf diesen beiden Plattformen kannst du Anzeigen schalten.

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