Pinterest, mit 367 Millionen monatlich aktiven Nutzern weltweit, ist eine visuelle Plattform, mit der Nutzer Ideen suchen, besondere Momente schaffen und ihre Zukunft planen können. Man entdeckt und sammelt Ideen und Inspiration, die man sich auf sogenannten Pinnwänden (engl. Boards) merken kann, um diese später in die Realität umzusetzen. Die Nutzer verwenden die Plattform aus den verschiedensten Gründen, beispielsweise um Rezepte für das Abendessen zu finden, als Inspiration für Mode oder die Einrichtung ihrer Wohnung, für Mode oder Reisen.
Warum aber ist Marketing auf der Plattform so interessant?
Auf Pinterest kannst du als Marke, Content Creator oder Publisher ein Teil des Entdeckungsprozesses sein, anstatt ihn zu unterbrechen. Du kannst also Nutzer erreichen, die auf der Suche nach neuen Ideen und Produkten sind, und damit an einem völlig anderen Punkt der sogenannten Customer Journey stehen als beispielsweise bei bezahlten Anzeigen auf Facebook oder Instagram, wo die Zielgruppe nach Interessen ausgewählt wird anstatt nach der aktuellen Suche wie bei Pinterest. Laut einer Umfrage von Pinterest geben 98% der Nutzer an, dass sie neue Ideen ausprobieren, die sie auf Pinterest entdecken, und 89% verwenden die Plattform um sich zu Käufen inspirieren zu lassen. Sie sind also aufgeschlossen und bereit Neues zu entdecken.
Ein weiterer Vorteil ist, dass deine Inhalte lange sichtbar bleiben, da sie abhängig von Suchbegriffen sind, anstatt von Aktualität. Wenn deine Inhalte also einmal ihren Weg auf Pinterest gefunden haben, bleiben sie quasi für immer sichtbar, wenn es Dinge sind, nach denen die Nutzer suchen.
Auch Anzeigen werden auf Pinterest anders wahrgenommen, da die Nutzer ja gerade auf der Suche nach einer Lösung für ihr Problem sind. Anzeigen auf Pinterest fügen sich in die anderen vorgeschlagenen Pins ein und fallen so wenig auf, sie werden von Pinterest so ausgespielt, dass sie in die Suche des jeweiligen Nutzers passen.
Erfolgreich auf Pinterest
Als erstes solltest du – wie bei jeder Marketingmaßnahme – ein klares Ziel definieren, dass du mit deinen Pins (und vielleicht deinen Anzeigen) erreichen willst. Du kannst dich hierfür zum Beispiel an den SMARTen Zielen orientieren.
Pinterest wird zwar immer zu den sozialen Netzwerken und damit zum Social Media Marketing gezählt, aber eigentlich ist es eine Suchmaschine ähnlich wie Google, lediglich der visuellen Art. Daher ist auf Pinterest die Suchmaschinenoptimierung (SEO) von großer Bedeutung, damit deine Pins von den richtigen Nutzern gefundenen werden können. Mit allen Bestandteilen deines Pins, also Bild/Video, Titel, Beschreibung und Link, gibst du Pinterest Informationen darüber, für welche Suchen dein Pin ausgespielt werden soll.
- Der Titel sollte unter 100 Zeichen sein, wenn er nicht angegeben wird, wird der Beschreibungstext genutzt.
- Die Beschreibung kann bis zu 500 Zeichen enthalten, angezeigt werden allerdings erstmal nur die ersten 50-60 Zeichen. Die Beschreibung erkennt außerdem keine Absätze.
- Das optimale Format für Bilder und Videos ist 2:3, für Videos ist auch ein Format 1:1 gut.
Wenn du die Persönlichkeiten und Interessen, oder die (großen) Momente auf die sie sich vorbereiten (Hochzeit, Geburt, Hausbau, Mode, Rezepte, etc.), deiner Zielgruppe kennst, gibt es zahllose Möglichkeiten für Interaktionen. Auf der Seite trends.pinterest.com kannst du dir außerdem ansehen, was in den USA, UK und Kanada aktuell die Trends für Pins sind. Auch über die Pinterest Insights kannst du deine Zielgruppe besser verstehen (Interessen, Standorte, demographischer Aufbau), und anschließend passende Inhalte für diese Zielgruppe erstellen.
Bei der (grafischen) Gestaltung deiner Pins solltest du ein paar Dinge berücksichtigen.
- Verwende nur wenig Text, und nur dann, wenn er nötig ist. Text sollte weniger als 30% des Bildes bedecken und alles sollte lesbar sein. Pass hier besonders bei der Schriftgröße auf – viele Nutzer besuchen Pinterest über ihre mobilen Geräte, und da werden die Pins selbstverständlich kleiner angezeigt.
- Verwende subtiles Branding. Nimm zum Beispiel das Markenzeichen statt die Wortmarke, und nicht größer als 200×200 px. Am besten platzierst du das Logo im unteren Drittel zusammen mit dem Text.
- Biete für verschiedene Zielgruppen auch (optisch) verschiedene Pins.
- Erstelle keine Pins, in denen es ausschließlich um dich selbst oder dein Produkt geht (Mehrwert für den Nutzer!).
- Vermeide direkte Vergleiche.
- Konzentriere dich auf die Lösung statt auf das Problem.
- Welche Interessen hat deine Zielgruppe, und was benötigen sie an Informationen, um loszulegen?
- Gib ein klares Thema zu erkennen, kontrolliere ob die Ziel-URL funktioniert und auf das richtige Ziel verweist, markiere Produkte, nutze die Beschreibung und gib die Quelle an.
- Verwende auf Pinterest und deiner Zielseite die gleichen Bilder.
Auf Canva (Affiliate-Link) findest du viele Vorlagen, die die grafischen Vorgaben erfüllen.
Auch beim Einrichten deiner Pinnwände kannst du Pinterest dabei helfen, deine Inhalte richtig zu „lesen“ und entsprechend auszuspielen.
- Gib deinen Pinnwänden aussagekräftige Namen.
- Erstelle Beschreibungen für deine Pinnwände, in denen du mehr Schlagworte nutzt, die deine Inhalte beschreiben.
- Erstelle Unterordner (zum Beispiel Pinnwand Social Media Marketing, Unterordner Facebook, Instagram, XING, etc.).
- Nutze Gruppenpinnwände, um deine Inhalte bekannter zu machen.
Wenn du deine Pinnwände gut sortiert und organisiert hältst, können deine Pins einfacher gefunden werden.
Auf deiner Webseite kannst du es deinen Besuchern einfach machen, deine Inhalte zu pinnen, indem du einen „Merken“-Button einbaust. So kann dein Content – zum Beispiel dein Produkt oder ein Blog-Eintrag – auch auf Pinterest gelangen, auch wenn du dich dazu entscheidest, dort nicht aktiv zu werden.
Wenn du Pinterest nutzen willst, erstelle dir ein Unternehmensprofil und verifiziere deine Webseite. Außerdem kannst du dein Instagram- und YouTube-Profil sowie deinen Etsy-Shop hinzufügen, und von diesen Kanälen Inhalte importieren.
Vor allem das regelmäßige und häufige Erstellen von Inhalten ist der beste Weg, um Follower und Interaktionen auf Pinterest anzuregen und die eigene Zielgruppe zu erweitern. Pinterest selbst empfiehlt es, mindestens ein Mal pro Woche neuen Content zu erstellen, so bleibt dein Profil aktuell und deine bereits vorhandenen Follower freuen sich über neue Inhalte. Vermeide es aber, zu viele Pins gleichzeitig zu erstellen, da das zu überwältigten Nutzern führen kann. Du kannst mit Pinterests Planungstool zukünftige Pins bis zu zwei Wochen vorausplanen.
Du kannst außerdem Anzeigen auf Pinterest schalten, um neben den organischen Pins deine Zielgruppe mit bezahlten Kampagnen zu erweitern.
Erfolge messen
Pinterest selbst bietet dir mit Pinterest Analytics die Möglichkeiten die Performance deiner Pins nachzuverfolgen, wenn du ein Unternehmenskonto hast. Pinterest fasst außerdem Pins zusammen, die das gleiche Bild und die gleiche Ziel-URL haben, unabhängig davon, wer es gepinnt hat. So erhältst du für deine Inhalte Statistiken zu
- Impressions – wie oft dein Pin angesehen wurde
- Klick auf Pin – wie oft Nutzer deinen Pin angeklickt und auf Pinterest oder an eine andere Stelle weitergeleitet wurden
- gemerkte Pins – wie oft dein Pin gemerkt wurde
Videos
- Videoaufrufe – wie oft das Video mindestens 2 Sekunden angezeigt wurde, während es 50% im Sichtfeld war
- durchschnittliche Wiedergabezeit – wie lange sich Nutzer Video durchschnittlich angesehen haben
- gemerkte Pins
- ausgehende Klicks
- Aufrufe zu 95% – wie oft dein Video zu 95% angesehen wurde
- Gesamtwiedergabezeit – wie lange wurde das Video insgesamt wiedergegeben
Pinterest bietet Unternehmen die Möglichkeit, Kunden genau dann in der Customer Journey abzuholen, in der sie bereits ein gewecktes Interesse und damit eine erhöhte Kaufbereitschaft haben. Und auch wenn du dich dazu entscheiden solltest, Pinterest selbst nicht als Kanal für Marketing zu nutzen, empfiehlt es sich, deinen Besuchern mit ansprechenden, Pinterest-tauglichen Grafiken und einem „Merken“-Button das Pinnen auf ihren Pinnwänden zu ermöglichen oder zu erleichtern.