Die meisten haben bestimmt schon mal den Begriff Affiliate Marketing gehört oder gelesen, zum Beispiel wenn einer der Instagrammer, denen man so folgt, einen Affiliate-Link gepostet hat, über den man ein empfohlenes Produkt erwerben kann. Aber was genau ist Affiliate Marketing eigentlich?
Normalerweise ist die Verkaufskette die folgende: Unternehmen sucht Kunden, Kunde informiert sich bei Unternehmen und kauft das Produkt/die Dienstleistung. Beim Affiliate Marketing ist es so, dass das Unternehmen eine Art Zwischenhändler einsetzt – den sogenannten Affiliate (oder auch Publisher, da er die Werbung veröffentlicht), der das Produkt/die Dienstleistung des Unternehmens bei seiner eigenen Zielgruppe bewirbt und so Reichweite für das Unternehmen ausnutzt. Wenn nun ein Kunde aufgrund der Empfehlung bzw. der Werbung des Affiliate das Produkt erwirbt (oder eine andere gewünschte Aktion ausführt) erhält der Affiliate dafür eine Vergütung, also eine Provision. Damit diese Aktion eindeutig zugeordnet werden kann, wird häufig ein sogenannter Affiliate-Link eingesetzt, der individuelle und eindeutige Parameter enthält.
Häufig steht zwischen Merchant und Affiliate außerdem ein Affiliate-Netzwerk, das verschiedene Aufgaben übernimmt, zum Beispiel die Auswahl der Affiliates, den Werbemittelaustausch, das Tracking oder die Vergütung.
Aus Unternehmenssicht
Als Unternehmen hast du mit dem Einsatz von Affiliate Marketing die Möglichkeit, deine Produkte oder/und Dienstleistungen auf vielen (thematisch passenden) Webseiten zu veröffentlichen, statt dich nur auf deine eigene Reichweite oder/und bezahlte Anzeigen zu verlassen. Du trägst außerdem nur relativ wenig Risiko, da du dem Affiliate nur dann eine Provision bezahlen musst, wenn auch Besucher über ein Werbemittel auf deine Webseite gelangen und die gewünschte Aktion durchführen.
Viele große Unternehmen gehen über ein Affiliate-Netzwerk, da es ihnen einige Aufgaben abnimmt und außerdem viele Affiliates gleichzeitig gefunden werden können, auch weil sie es unter Umständen vermeiden an diversen einzelnen Programmen teilzunehmen, weil es einen hohen Abwicklungsaufwand darstellen würde. Allerdings stehen demgegenüber auch die Kosten, neben den monatlichen Fix-Gebühren nehmen die meisten Netzwerke üblicherweise auch eine umsatzabhängige Provision.
Man kann Affiliate Marketing aber grundsätzlich auch ohne ein dazwischengeschaltetes Netzwerk betreiben. Wenn du WordPress für deine Webseite nutzt gibt es diverse Plugins, die dir das Aufsetzen eines Affiliate-Programms vereinfachen. Du kannst beispielsweise auf den sozialen Medien nach geeigneten Influencern suchen, die deine Nische bedienen und eine für dich interessante Reichweite haben. Bedenke an der Stelle, dass es nicht immer sinnvoll ist, den Kanal mit den meisten Followern für dich zu gewinnen, sondern dass eine Mischung aus mehreren Nano- (500-5.000 Follower), Mikro- (5.000-100.000 Follower) oder/und Makro-Influencern (ab 100.000 Follower) mit einer höheren Interaktion für dein Unternehmen vielleicht die bessere Wahl ist.
In jedem Fall solltest du deinen Affiliates Werbemittel zur Verfügung stellen. Je größer die Auswahl, desto attraktiver für den Affiliate, da sie so das passendste Werbemittel für ihre Webseite oder ihren Kanal auswählen können. Besonders geläufig sind zum Beispiel Banner in verschiedenen Varianten, HTML-Textlinks (vorformulierte Phrasen, die das beworbene Angebot beschreiben; werden in den Content der Affiliate Webseite integriert und leiten den klickenden Besucher per Affiliate Link auf die Verkäufer-Webseite), Videos und Widgets (bieten die Möglichkeit, vor der Weiterleitung zur Verkäufer-Webseite eine Interaktion vom Benutzer zu verlangen, zum Beispiel eine Produktauswahl).
Aus Affiliate-Sicht
Wenn du selbst mit Affiliate Marketing Geld verdienen möchtest, empfiehlt es sich, mal bei einem der größeren Netzwerke vorbeizuschauen, zum Beispiel AWIN (vormals affili.net und zanox) oder www.digistore24.de. Bei den meisten Netzwerken musst du dich nicht nur anmelden sondern bewerben, und dort wird dann der Kanal, über den du die jeweiligen Affiliate-Produkte bewerben möchtest, beurteilt und gewertet. Die Mindestanforderungen sind hierbei sehr unterschiedlich, es können zum Beispiel Besucherzahlen oder Follower sein, die das Netzwerk als Kriterium betrachtet. Sobald du zugelassen wurdest, kannst du das passende Partnerprogramm mit den passenden Werbemitteln auswählen und dich für diese bewerben.
Auch Google hat einen Service für Affiliates, nämlich Google AdSense. Hier kannst du deine Webseite registrieren, um auf deiner eigenen Webseite Werbeanzeigen von anderen Unternehmen anzeigen zu lassen. Auch hierfür musst du dich allerdings bewerben. Anschließend kannst du die Themenbereiche der angezeigten Werbung eingrenzen und entscheiden wo sie auf deiner Webseite platziert werden sollen.
Wenn du es ein wenig unkomplizierter möchtest, kannst du dich zum Beispiel für das Partnerprogramm von Amazon anmelden, dafür musst du dich nicht bewerben, sondern kannst direkt nach Konto-Erstellung die Produkte auswählen, die du bewerben möchtest, dir Links generieren lassen und loslegen.
Für Webseitenbetreiber oder Influencer auf den sozialen Medien kann Affiliate Marketing eine nicht zu vernachlässigende Einnahmequelle darstellen. Das Risiko ist gering, da weder eine Investition zu Beginn geleistet werden noch für die Teilnahme am Programm gezahlt werden muss. Doch auch wenn du (noch) kein Geld mit der Einblendung von Werbemitteln erhältst, musst du diese Einnahmequelle beim Finanzamt melden, da du potenziell Gewinn erzielen kannst.
Empfehlungsmarketing
Ein ähnliches Konzept, jedoch mit unterschiedlicher Motivation, ist das Empfehlungsmarketing. Während im Affiliate Marketing die Provision der Auslöser für die Empfehlung ist, ist es im Empfehlungsmarketing die persönliche Überzeugung. Empfehlungsmarketing baut auf eine langfristige, stabile Bindung zum Kunden, die zu einer höheren Empfehlungsaktivität führt. Solchen Markenbotschaftern werden häufig Belohnungen für ihre Bewertungen gegeben, beispielsweise einen Rabatt auf den nächsten Kauf oder ein Gutschein.
Affiliate Marketing kann für dich als Unternehmen eine gute Marketingmaßnahme sein, um deine Reichweite in der von dir ausgewählten Nische zu erhöhen. Als Affiliate, zum Beispiel als Influencer oder Webseiten-Betreiber, kann es eine gute Einnahmequelle darstellen. Durch das geringe Risiko für beide Seiten lohnt es sich in jedem Fall, das Instrument und seine Wirksamkeit für dich bzw. dein Unternehmen auszuprobieren.