Ganz häufig vergesse ich, wie abstrakt der Begriff „Marketing“ für viele ist, da er für mich selbst meinen Alltag bedeutet. Ich habe jahrelang studiert was er bedeutet, arbeite jeden Tag damit, finde Marketing in meinem Alltag außerhalb vom Job, und meistens ist mir nicht mal klar, dass ich unbewusst anfange Kampagnen und Ideen zu analysieren. Dass „Marketing“ nicht jedem ein geläufiger Begriff ist, wird mir immer dann wieder klar, wenn ich mit Menschen rede, die beruflich einen (völlig) anderen Weg eingeschlagen haben. Auch in meiner Familie wissen die Menschen zwar, dass ich Marketing mache, aber was genau das ist? Man weiß es nicht. Und das ist auch gar nicht schlimm, denn ich habe ja auch keine Ahnung von Physiotherapie (außer den Übungen die ich schon dafür machen musste), Altenpflege, Nageldesign, Labortechnik, der Entwicklung von Fahrzeugteilen…jeder hat sein Steckenpferd, in dem er sich (aus)gebildet hat.
Wenn du auf diesem Blog-Eintrag gelandet bist, bedeutet das aber, dass du mehr über Marketing wissen möchtest – und da helfe ich dir gerne weiter. Auf meiner Seite findest du weitere Artikel zu den heute gebräuchlichsten Marketing-Disziplinen, die ich dir in diesem Beitrag außerdem verlinke.
Was ist also Marketing?
Laut der AMA (American Marketing Association), wird der Begriff Marketing so definiert:
„Marketing is an organizational function and a set of processes for creating, communicating and delivering value to customers and for managing customer relationships in ways that benefit the organization and its stakeholders“
(vgl. AMA 2004)
Aber was bedeutet das jetzt? Was macht Marketing zu einer organisationalen Funktion, und wie werden Beziehungen zu Kunden gepflegt, um dem Unternehmen und seinen Anteilshabern zu helfen?
Fangen wir mit der bekanntesten Komponente von Marketing an, auch wenn du sie bisher vielleicht nicht bewusst als Marketing wahrgenommen hast: die Werbung. In der Werbung wird dem Kunden ein Produkt oder eine Dienstleistung vorgestellt, das er für sein Leben braucht oder haben will. Mit diesen Informationen liefert das Unternehmen potenziellen Kunden „value“ – nämlich das Wissen über eine Lösung für ein Problem, das diese potenziellen Kunden hatten. Dazu gehört sowohl die bezahlte Werbung, wie zum Beispiel Anzeigen bei Google, in der Zeitung oder auf Plakaten in der Stadt, aber auch unbezahlte Werbung – zum Beispiel das Steigern der Markenbekanntheit durch das Verbreiten von hilfreichen Inhalten, wie dieser Blog-Eintrag. Ja, du hast richtig gelesen: du liest gerade eine Marketingmaßnahme!
Marketing ist allerdings auch noch ein bisschen mehr, nämlich das Ausrichten des gesamten Unternehmens an die Bedürfnisse des Marktes. Alle unternehmerische Maßnahmen und Entscheidungen sollen das Ziel haben, die Kundenerwartungen zu erfüllen – dafür ist es die Aufgabe des Marketings, die Bedürfnisse und Veränderungen des Marktes zu erkennen um für steigende Absatzzahlen zu sorgen. Den Markt im Blick zu haben ist wichtig – denn was nützt ein super innovatives Produkt, wenn gar kein Bedarf daran besteht? Oder wenn der Bedarf an einem alten Produkt plötzlich von einem neuen Produkt abgeworben wird? Durch das konstante Beobachten der Marktentwicklungen kannst du dich und dein Unternehmen vor Produkt-Flops schützen.
Mehr verkaufen, indem potenzielle Kunden und Märkte identifiziert werden, das Produkt bekannt machen und das Image verbessern – das ist Marketing.
Um Marketingziele zu erreichen, zum Beispiel mehr Umsatz oder größere Reichweite, werden verschiedene Instrumente eingesetzt, das bezeichnet man als Marketing Mix. Ganz klassisch sind die vier P’s – Place (Vertrieb), Product, Promotion (Kommunikation) und Price. Daraus haben sich die sieben P’s entwickelt, sie ergänzen die vier P’s um Personnel (Personal), Process und Physical Facilities (Ausstattung der physischen Orte). Sie kommen vor allem im Dienstleistungssektor zum Einsatz, doch da im Produktmarketing der Service immer mehr an Bedeutung gewinnt, finden die sieben P’s auch dort Anwendung. Mit den verschiedenen Instrumenten kannst du dann deine Marketingstrategie aufsetzen, also den Plan um deine gesetzten Ziele erreichen. In diesem Blog-Beitrag erkläre ich die sieben P’s genauer.
Für eine erfolgreiche Marketingstrategie müssen allerdings einige Grundlagen geschaffen werden. So solltest du dir zunächst Gedanken über folgendes machen:
- Wer ist deine Zielgruppe? Wem möchtest du dein Produkt verkaufen? Und bedenke, je größer bedeutet in diesem Fall nicht „desto besser“, denn ist die Zielgruppe zu groß kannst du keine zielgerichteten Marketingmaßnahmen aufsetzen. Mehr zu diesem Punkt findest du im Blog-Beitrag „Die Zielgruppe definieren mit Buyer Personas“.
- Was ist dein „Unique Selling Point“, also das Alleinstellungsmerkmal deines Unternehmens oder/und deines Produktes? Warum bist du besser als deine Konkurrenz?
- Was sind deine Marketingziele? Hier wird unterschieden zwischen Qualitativen Zielen („Wahrnehmungsziele“) und Quantitativen Zielen (numerische Kennzahlen). Mehr dazu findest du im Blog-Beitrag „SMARTe Ziele“.
- Was ist die Identität und Platzierung deines Unternehmens? Wie willst du von Außenstehenden wahrgenommen werden? Mehr hierzu findest du im Blog-Beitrag „Corporate Identity“.
Hast du die Grundlagen gelegt, kannst du damit anfangen, die passenden Maßnahmen auszuwählen, um deine Ziele bei deiner ausgewählten Zielgruppe zu erreichen. Heute spielt sich viel im Internet, also online, ab, aber je nach Unternehmen solltest du Offline-Marketing nicht außer Acht lassen.
Online Marketing
Zum Online Marketing gehören Maßnahmen wie die Kommunikation über Social Media (Facebook, Instagram, Twitter, TikTok, etc.), das Versenden von E-Mail-Newslettern oder auch bezahlte Werbeanzeigen bei Google oder Bing. Online Marketing ist außerdem häufig günstiger als Offline Marketing und die erzielten Ergebnisse lassen sich besser messen.
Für die meisten Unternehmen ist die eigene Webseite noch immer Dreh- und Angelpunkt des Online Marketings, denn hier werden letztendlich die angestrebten Aktionen durchgeführt: der Kauf im Shop, das Abonnieren des Newsletters, die Kontaktanfrage ausgefüllt, und so weiter.
Um deine Webseite bekannt zu machen hast du verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel mit dem Suchmaschinenmarketing, dazu gehört die Suchmaschinenoptimierung (SEO) und die Suchmaschinenwerbung (SEA).
Oder du bewirbst dein Unternehmen und deine Produkte über Social Media wie Facebook, Instagram oder TikTok mit Maßnahmen aus dem Social Media Marketing. Mehr dazu findest du im Blog-Beitrag „Warum Social Media Marketing?“.
Im Content Marketing sprichst du deine Zielgruppe mit Inhalten an, die informativer oder unterhaltender Natur sind und thematisch zu deinem Unternehmen oder/und deinem Produkt passen. Hier wird der Fokus darauf gelegt, den Kunden auf die eigene Webseite zu locken (und damit den „Traffic“ zu steigern) weil sie nach den relevanten Schlagwörtern (Keywords) bei Google gesucht haben. Mehr zum Thema Content Marketing findest du hier.
Beim Affiliate Marketing verkauft der Affiliate einem Unternehmen Werbefläche, zum Beispiel auf seiner Webseite oder in seinen Social Media Posts, und leitet so potenzielle Käufer auf die Webseite des Unternehmens. Sobald dann eine gewünschte Aktion – zum Beispiel ein Kauf – durch den weitergeleiteten Besucher erfolgt ist, zahlt das Unternehmen dem Affiliate eine vorab festgelegte Provision. Mehr zum Affiliate Marketing findest du in diesem Blog-Beitrag.
Offline Marketing
Zu den häufigsten Marketingmaßnahmen im Offline Marketing gehören zum Beispiel Flyer und Plakate, postalische Sendungen, Visitenkarten, Aufkleber, Anzeigen in Zeitungen, Bonuskarten, Gutscheine, Coupons und Giveaways wie Kugelschreiber. Ein Nachteil ist dabei, dass die Wirkung im Vergleich zum Online Marketing viel schlechter gemessen werden kann – wie viele der Flyer sind beispielsweise gelesen worden? Wie viele sind direkt im Müll gelandet? Das ist sehr schwer bis unmöglich nachzuvollziehen. Außerdem kostet eine Offline Maßnahme meistens deutlich mehr.
Allerdings kommt es dem Offline Marketing in den letzten Jahren zu gute, dass man auf allen Online-Kanälen mit Werbung konfrontiert wird und dadurch häufig abschaltet. Die Aufmerksamkeit, die beispielsweise mit einer Postkarte generiert werden kann, ist deutlich besser als mit einer E-Mail.
Du siehst also, mit Marketing hatte jeder schon mal Kontakt. Wenn du mehr wissen möchtest, schau dir gerne meine anderen Blog-Beiträge an oder folge mir auf TikTok oder/und Instagram für mehr Marketing-Erklärungen!