Heute kommt kaum noch ein Unternehmen ohne Webseite aus – das führt allerdings auch dazu, dass inzwischen mehrere Milliarden Webseiten im Internet existieren. Die Kunst ist es hier, deine Webseite in dieser Masse sichtbar zu machen, damit dich potenzielle Kunden überhaupt finden. Aber wie machst du das?
Die meisten Nutzer starten ihre Suche nach einer Lösung für ihr Problem heute mit einer Suchmaschinenanfrage, zum Beispiel bei Google. Dafür geben sie ein oder mehrere Suchbegriffe ein, sogenannte „Keywords“ – und dein Ziel sollte es sein, dass dein Unternehmen nun auf der ersten Seite angezeigt wird. Denn wenn du eine sehr gute Position in den Suchergebnissen hast, sorgt das für mehr Besucher auf deiner Webseite, und mehr Besucher bedeuten letztenendes auch mehr Umsatz.
Dass du unter die ersten Suchergebnisse kommst ist allerdings nicht immer ganz einfach, da die Suchalgorithmen „Geschäftsgeheimnisse“ sind, die sich auch noch ständig ändern. Sie sind außerdem sehr komplex, der Algorithmus von Google beruht beispielsweise auf über 200 Kriterien. Eine Suchmaschinenoptimierung (kurz SEO) deiner Webseite ist also keine einmalige Angelegenheit, sondern erfordert immer wieder eine Überprüfung und Anpassung, um dein Ranking behalten zu können.
Doch trotz dieser Herausforderungen kann SEO ein sehr effizienter Marketing-Kanal sein. Auch wenn du zuerst nicht unerhebliche Anfangsinvestitionen (Zeit oder/und Geld) leisten musst, um eine Keyword-Strategie zu erarbeiten und deine Webseite entsprechend zu optimieren, sind die damit generierten Klicks dann kostenlos. Man spricht hier auch von organischem Traffic, da Google durch deine Inhalte und Keyword-Nutzung entschieden hat, dass du für den Suchenden relevante Ergebnisse lieferst. Neben dem organischen Traffic gibt es auch noch den bezahlten Traffic, die Suchmaschinenwerbung (engl. SEA).
Suchmaschinenoptimierung erfordert allerdings auch ein wenig Geduld, da die Wirkung deiner Optimierung oft erst nach einigen Monaten sicht- und messbar wird. Auch kommt es auf deinen Bereich an, wie sinnvoll SEO als Instrument für dich ist: wenn für deine Branche bereits Suchbegriffe existieren nach denen Nutzer auch bereits in Suchmaschinen suchen wirkt SEO sehr gut. Wenn du jedoch ein innovatives Produkt oder Dienstleistung hast, nach denen noch nicht recherchiert wird, ist es schwieriger mit einer Suchmaschinenoptimierung auf deine Webseite aufmerksam zu machen. Hier kannst du aber mit interessanten Inhalten „attraktive“ Suchbegriffe platzieren (siehe Content-Marketing).
Zwar kann man nicht genau sagen, wie Google, Bing, etc. die Suchergebnisse bewerten, doch kannst du damit experimentieren, welche Faktoren die Suche beeinflussen. Ein guter Start ist jedoch in jedem Fall, wenn du deine Webseite erstmal bei Google registrierst – bei WordPress gibt es dafür ein Plugin „Site Kit“, in dem du Schritt für Schritt durch den Prozess geführt wirst, um deine Webseite mit verschiedenen Google Services zu verbinden, beispielsweise mit Analytics und der Search Console.
Du kannst Google über die die Search Console außerdem dazu auffordern, bestimmte Seiten „sofort“ zu indexieren – zum Beispiel wenn du eine neue Webseite hast, die Google entsprechend noch nicht kennt, oder wenn du deine Inhalte geändert hast.
Welche Maßnahmen gibt es bei der SEO?
Die Suchmaschinenoptimierung wird aufgeteilt in On-Page- und Off-Page-Maßnahmen.
On-Page-Optimierungen sind hierbei alle Maßnahmen, die du ergreifen kannst um die Inhalte und die Struktur deiner Webseite so zu optimieren, dass diese in den Ergebnissen der Suchmaschine möglichst weit oben zu finden sind. Dazu gehören zum Beispiel:
- Nutzer- und suchmaschinenfreundliche URL: Sie sollte leicht lesbar und nicht zu lang sein. Versuche Sonderzeichen und Füllwörter zu vermeiden und stattdessen Keywords zu verwenden
- Externe & Interne Links: Externe Links sind Links von anderen zu seiner Webseite, interne Links verlinken deine Unterseiten und Beiträge miteinander – beide Arten der Verlinkungen wirken sich positiv auf dein Suchmaschinen-Ranking aus.
- Webseiten-Speed: Laut Google ist die Ladezeit deiner Webseite ein entscheidender Ranking-Faktor. Einerseits für das „crawlen“ (also das lesen und indexieren) deiner Webseite durch Google, aber auch für die Wahrnehmung bei den Nutzern.
- Besuchszeiten: Google bewertet es positiv, wenn Nutzer lange auf deiner Webseite verweilen, also die Absprungrate gering ist. Du kannst die Besuchszeit zum Beispiel durch das Einbinden von Videos erhöhen (halte dich aber an den Datenschutz!), so kannst du Kunden auch ganz gezielt zu bestimmten Handlungen, dem sogenannten Call to Action, auffordern.
- Social Media: Es hat sich gezeigt, dass Unternehmen, die regelmäßig Social Media nutzen, deutlich besser bei Suchmaschinen gelistet werden.
- Aktuelle Inhalte: Überarbeite regelmäßig deine Inhalte, um den Nutzern das beste Suchergebnis zu bieten.
- Auch für mobile Endgeräte: Viele Nutzer sind mobil auf deiner Webseite unterwegs – achte also darauf, dass sie dort gut angezeigt wird, denn auch das ist für Google ein Faktor der das Ranking beeinflusst.
- Keyword-Suche: behalte im Hinterkopf, dass du die passenden Nutzer erreichen und ihnen geben willst, was sie suchen. Mit welcher Motivation geben die Nutzer das Keyword ein, dass sie zu dir führt? Du kannst auch schauen, was deine Konkurrenz für Keywords nutzt um deine Inhalte zu optimieren.
- Spezifische Keywords: je spezifischer, desto besser! Vielgesuchte Begriffe sind oft zu unspezifisch und du kommst eventuell nicht gegen die Konkurrenz an. Durch spezifische Suchkombinationen („Longtail Keywords“) kannst du dagegen bestimmte Nischen besetzen. Das hilft dir auch, wenn du Anzeigen schalten willst, denn stark gefragte Suchbegriffe kosten in den Auktionen mehr als welche mit weniger Suchvolumen (die dafür aber besser auf deine potenziellen Kunden passen).
- Keywords & Kontext: durch Googles semantische Suche wird nicht nur das Keyword selbst wahrgenommen, sondern auch der Kontext betrachtet – so können die für den Nutzer relevanten Ergebnisse angezeigt werden. Achte also darauf, in deinen Texten genau zu beschreiben, was den Kunden auf der jeweiligen Seite erwartet.
- Keyword-Dichte: Keyword-Anhäufungen (auch Keyword-Stuffing genannt) mit wenig Mehrwert für den Nutzer wirken nicht nur nach Spam, solche Seiten werden von Suchmaschinen auch abgestraft.
- Haupt-Keyword: Dein Haupt-Keyword bildet ein Standbein für deine SEO, das andere Standbein besteht aus deinen Neben-Keywords, den sinnverwandten Begriffen bei denen du dich weiter fassen oder ins Detail gehen kannst.
Sammle deine Keywords mit System, zum Beispiel in einer Excel-Tabelle. Lege Spalten für „Menge der Suchanfragen“, „Verwendung Haupt- oder Neben-Keyword“, „Herkunft“ und „Verwendung“ an. Auch Synonyme, Longtail-Keywords und verwandte Begriffe können Spalten füllen.
Neben dem Google Keyword Planer gibt es diverse andere Online-Tools, die dir Keywords und relevante Themen für deine Branche liefern können. Diese sind zum Beispiel Keyword Tool, Answer The Public, SISTRIX’s Keyword Tool oder Ubersuggest.
Off-Page-Optimierungen beinhalten Maßnahmen, die du mit den Inhalten deiner Webseite und deinem Verhalten bei Verlinkungen etc. nicht beeinflussen kannst – hier geht es darum, wie deine Webseite außerhalb zu finden ist, dort verlinkt ist und welche Sichtbarkeit sie hat. Dazu gehört zum Beispiel
- Linkbuilding: Hier wird das Ziel verfolgt, qualitativ hochwertige Backlinks zu generieren, die die Bekanntheit deiner Webseite steigern. Dabei wird unterschieden zwischen natürlichem (passiven) und aktiven Linkaufbau.
- Backlinks: Links die auf eine fremde Webseite verweisen. Wenn du zum Beispiel einen Blog-Artikel auf deiner Seite verfasst, in dem du auf eine andere Webseite verweist (die zum Beispiel inhaltlich zum Thema passt), hast du einen Backlink auf die andere Webseite gesetzt.
- Linkbaits: Inhalte, die deinen Link fördern (bait = Köder). Dabei bietest du themenverwandten Webseiten gegen eine Verlinkung eigene Inhalte mit einem hohen Mehrwert zur Veröffentlichung an. Das können beispielsweise Videos, eBooks, Gewinnspiele und Wettbewerbe, Artikel oder OnPage-Tools sein.
Du siehst, um deine Webseite mit der Suchmaschinenoptimierung bekannter und besser auffindbar zu machen, gibt es einige Maßnahmen. Es ist einerseits ein kostengünstiges Tool – allerdings äußerst zeitintensiv, und damit, wenn du es auslagerst, doch nicht mehr so kostengünstig. Doch SEO benötigst du für viele Marketingmaßnahmen, daher lohnt es sich, zum Beispiel die Keyword-Listen sorgfältig aufzubauen und zu pflegen. Denke daran, deine Inhalte regelmäßig zu aktualisieren, um Google so neues „Futter“ zu bieten. Behalte deine Zielgruppe im Auge, damit du Trends und Fragen nicht verpasst, sondern sie in deine SEO aufnehmen kannst. Und vergiss nicht, dass es keine Maßnahme ist, die von jetzt auf gleich funktioniert.